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Eventcafé – heute mit eveos-Bloggerin Katharina Falkowski

Eventcafé – heute mit eveos-Bloggerin Katharina Falkowski

In meinem EVENTCAFÉ treffe ich Expertinnen und Experten ihres Fachs, die ich zu verschiedenen Eventthemen befrage.

 

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Heute mit: Katharina Falkowski – Bloggerin bei eveosblog

Vor fünf Jahren hat Katharina Falkowski gemeinsam mit Henning Stein den eveosblog ins Leben gerufen. Der Blog für News und Artikel rund um Events, Eventmarketing, Social Media und Marketing, hat sich mittlerweile zu DER Branchenplattform entwickelt. Katharina bloggt regelmäßig über Themen und Trends in der Eventbranche. Sie lebt und arbeitet in Solingen.

Hoffmann-Wagner: Wie bist Du als Soziologin dazu gekommen, in der Eventbranche ein eigenes Start-up ins Leben zu rufen? Wie bist Du mit diesem Thema in Kontakt gekommen?

Katharina Falkowski: Wie so oft hat sich vieles einfach ergeben. Neben meinem Studium habe ich in der Hotellerie, Gastronomie und der Eventbranche gearbeitet. Das war mein erster Kontakt mit dem Thema. Danach kamen weitere Joberfahrungen im Eventbereich, aber auch in den Bereichen PR und Marketing dazu. Das Überdisziplinäre mit Schwerpunkt Event fand und finde ich persönlich am spannendsten. So kam irgendwann noch die Lust und eine Idee zur Selbständigkeit. Und heute scheint mir der Mix aus einem Studium des sozialen Verhaltens, das Interesse für Live-Kommunikation und das Schreiben eines Blogs eigentlich ganz logisch. Aber wirklich geplant war das alles nicht!

eveosblog ist inzwischen DIE Informationsquelle für den Eventbereich geworden ist. Als Du 2009 mit dem Blog begonnen hast, war es auf diesem Gebiet recht einsam, derartige Plattformen gab es eigentlich noch nicht – wie war damals die Resonanz auf das Blog? Was waren die größten Herausforderungen damals für Dich?

Eine gewisse, anfangs noch recht zarte, Resonanz war recht schnell spürbar. Wahrscheinlich gerade weil es nicht viel gab – da fiel man schnell auf. Die größte Herausforderung bestand darin, dass ich einerseits damals keine Bloggererfahrung und andererseits in der Eventbranche keinerlei Netzwerk hatte. Da gestalten sich die Anfänge und Erfolge besonders klein und langsam.

Wer sind heute Deine HauptleserInnen? Stammen sie durchweg nur aus der Eventbranche?

Als öffentlicher Blog kann man das so genau natürlich nie sagen. Aber der größte Teil (soweit wir das erfahren) sind Mitarbeiter aus Agenturen im Bereich Event, Incentives und Meetings. Der Rest verteilt sich recht ausgeglichen auf unterschiedlichste Eventdienstleister, Selbständige und Mitarbeiter aus diversen nationalen und internationalen Unternehmen. Aber die meisten werden wohl aus der Eventbranche kommen oder als Marketer mit Events zu tun haben.

Um mit einem Blog dauerhaft so erfolgreich zu sein, braucht es viel Zeit, Input und Ideen für die Beiträge. Woher nimmst Du all die Impulse, über die Du schreibst?

Ein Hauptteil meiner Arbeit besteht darin, das Internet zu durchforsten – nach interessanten Projekten, Ideen und Menschen. Mittlerweile habe ich mir eine gute Sammlung an Websites und Quellen zusammengesammelt, die mir das enorm erleichtert.

Konferenzen und Events, dortige Themen, Gespräche und Menschen gehören natürlich auch zu meinen Inspirationsquellen. Ich würde auch gerne viel mehr spannende Veranstaltungen besuchen. Aber da man dafür zumeist einiges an Geld und Zeit investieren muss, geht das leider nicht so oft, wie ich mir das manchmal wünschen würde.

Vor fünf Jahren bist Du mit dem eveosblog gestartet – was waren für Dich die größten Veränderungen in der Eventbranche während dieser Zeit? Hat sie sich überhaupt groß verändert…?

Inhaltlich, also was sich z.B. im Bereich der Eventkonzepte verändert hat, kann ich nicht wirklich beantworten! Einfach weil es in meinem Fall zu subjektiv ist. Ich hatte damals kaum Einblick in die Branche, das ist erst mit der Zeit gewachsen und hat ganz sicher immer noch kein Höchstmaß erreicht.

Was ich aber recht objektiv sagen kann ist, dass viel mehr Firmen aus der Eventbranche im Internet und den sozialen Netzwerken zu finden und mehr oder weniger aktiv sind. Vor fünf Jahren habe ich noch kaum eine Eventagentur oder Veranstaltung bei Facebook gefunden. Das ist natürlich für meine Arbeit gut, aber auch für die Branche sehr wichtig. Im Vergleich zu anderen Branchen findet man aber immer noch viel weniger, interessante und gut dokumentierte Marketing-Events im Internet. Dieses Verhältnis hat sich meiner Ansicht nach leider nicht geändert.

Wo siehst Du die Themenschwerpunkte für die Eventbranche, sagen wir für die nächsten fünf Jahre?

Schwer zu sagen, weil fünf Jahre heute eine lange Zeit sind und es viele verschiedene Strömungen und Richtungen gibt. Da gibt es natürlich die üblichen Verdächtigen: u.a. neue Technologien und digitale Medien, Nachhaltigkeit, die Verbindung von realen und virtuellen Erlebnissen sowie stärkere, interaktive Einbindung der Gäste. Die werden uns auch noch die nächsten Jahre beschäftigen, da hier in Sachen Sinnhaftigkeit und Ernsthaftigkeit noch Luft nach oben ist.

Besonders interessant finde ich aber, dass durch diese vielen Strömungen heutige Events Gefahr laufen überladen zu werden. Man denkt, auf nichts verzichten zu können: Vorträge, interaktive Workshops, Social Media Aktionen, Live-Abstimmungen, Gamification, Networking, Live- und Online-Interaktionsmöglichkeiten, vorher, währenddessen und nachher… .

Und so meine ich als Gegenbewegung eine wachsende Einfachheit bei Events zu sehen. Zum Beispiel der bewusste und durchdachte Verzicht auf die Einbindung von Mobilgeräten oder Social Media, schlichtere, „echtere“ und ehrlichere Konzepte, die den Mut haben sich auf eine Sache zu konzentrieren und auf andere bewusst zu verzichten. Dieser Fokus und Verzicht bietet uns einerseits etwas Ruhe in unserer hektischen Welt, aber auch die Möglichkeit, uns auf eine Sache zu fokussieren. Lieber eine Sache richtig erleben, als viele nur im Ansatz!

Daneben wird es für die Eventbranche eine Herausforderung bleiben, sich als Kreativdisziplin zu behaupten und in diesem Sinne vornehmlich mehr guten Kreativnachwuchs anzulocken – und nicht alleine Agenturen aus der Kommunikation im Raum oder Werbung zu überlassen, die uns bei Awards wie dem ADC schon jetzt auch im Live-Kommunikations-Bereich die Schau stehlen.

Ich denke, dass man hierfür auch noch viel mehr in Netzwerken aus verschiedenen Disziplinen zusammen arbeiten sollte, um den hohen Ansprüchen und schnellen Entwicklungen gerecht zu werden – und nicht den Anschluss zu verlieren.

Nach meinem Eindruck gibt es nach wie vor im Eventbereich nur eine geringe Zahl an ernst zu nehmenden Blogs – zumindest was den deutschsprachigen Raum betrifft. Wie ist hier Dein Eindruck?

Es gibt heute auf jeden Fall mehr Blogs zum Thema als vor fünf Jahren, aber tatsächlich nicht viele. Schön ist, dass man eine Hand voll Menschen und Agenturen sieht, die es neben dem normalen Job schaffen, uns ein paar spannende und gehaltvolle Einblicke aus der Praxis zu bieten. Da ich hauptberuflich blogge und keine Events veranstalte, kann ich das nicht bieten, finde es aber sehr spannend! Gerne mehr davon, nicht nur für mich, sondern auch für die allgemeine Präsenz der Branche!

Wenn Du heute noch einmal mit eveosblog starten würdest, was würdest Du anders machen? Was empfiehlst Du künftigen (Event-)Bloggern?

Anders machen…? Ehrlich gesagt, nicht viel. Nicht weil ich keine Fehler gemacht habe, sondern weil es beim Bloggen darauf ankommt, es selbst auszuprobieren, selbst Fehler zu machen und daraus zu lernen. Man braucht einfach die Übung und muss selbst ein Gefühl für das eigene Thema, die Leser und vor allem für die eigenen Interessen, Stärken und Schwächen entwickeln. Das endet auch nie – zum Glück, sonst würde es bestimmt langweilig werden.

Ratschläge? Aus meiner bisherigen Erfahrung heraus, würde ich künftigen Bloggern raten: Wähle ein Thema, das Dich persönlich absolut interessiert und begeistert, ohne das wirst Du die Geduld und intrinsische Begeisterung, die Du brauchst, nicht aufbringen.

Lass Dich auch nicht davon demotivieren, dass Du meinst wenige Leser zu haben oder wenige Likes zu bekommen. Wir jagen heute irgendwelchen Zahlen hinterher, in Form von Likes, Shares, Followern etc. Das verleitet uns dazu gehaltfreien, weil leicht zu erfassenen, Kram zu posten – der bekommt nämlich die meisten Likes. Das macht aber jeglichen Blog austauschbar. Falle nicht darauf rein und bleib Deiner Idee und Deinem Anspruch treu.

Ansonsten, fang klein an, probier Dich Stück für Stück aus, hinterfrage Dich und andere und bleib ehrlich – denn die Menschen haben ein sehr sensibles Gespür dafür, wer versucht andere Interessen zu verstecken.

Auf was freust Du Dich in der nächsten Zeit am meisten?

Ich freue mich besonders auf die Karma Konsum Konferenz Ende Oktober in Frankfurt. Die Konferenz thematisiert Nachhaltigkeit in all ihren Facetten (außerhalb der Eventbranche), ist aber auch selbst ein gutes Vorbild für ein ernst gemeintes möglichst nachhaltiges Event, abseits von irgendwelchen Labels und Marketing-Interessen. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf überzeugte und inspirierende Menschen aus einer ganz andere Richtung!

Ich danke Dir sehr für dieses Gespräch, liebe Katharina!

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