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Eventcafé – heute mit Designerin Ingeborg Schindler

Eventcafé – heute mit Designerin Ingeborg Schindler

In meinem EVENTCAFÉ treffe ich Expertinnen und Experten ihres Fachs, die ich zu verschiedenen Eventthemen befrage.

 

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Heute mit: Ingeborg Schindler Designerin und Illustratorin, Frankfurt/Main u. Berlin

Ingeborg Schindler arbeitete als Designerin und Illustratorin bereits in Florenz, Brüssel, Paris und Hamburg. 2012 gründete sie ihr eigenes Studio in Frankfurt/Main und arbeitet mittlerweile auch in Berlin. Neben der Illustration von Magazinen und Büchern erarbeitet sie für Firmen Designkonzepte in den Bereichen Corporate Design, Branding, aber auch im Bereich Event Design. Ingeborg setzt auf eine ganzheitliche visuelle Umsetzung von Markenauftritten, aufmerksamkeitsstarke Verpackungen speziell im Event- und Food-Bereich, sowie Illustrationen im Lifestyle-Bereich. Alles aus einer Hand: Edgy, francophile, charming!

K. Hoffmann-Wagner: Wo liegt eher der Schwerpunkt Deiner Arbeit, im Bereich Illustration oder im Bereich Design?

Ingeborg Schindler: —Studio Ingeborg Schindler bedient zwei Schwerpunkte: Grafik Design und Illustration. Der Designbereich spezialisiert sich auf Corporate-, Event- und Verpackungsdesign. Die Illustration hat ihren Schwerpunkt im Bereich des Editorial Designs.

Mich interessiert in Deinem Portfolio besonders der Bereich Event Design, weil ich in meiner Eventberatung sehr oft mit meinen Kunden über dieses Thema spreche. Was beinhaltet für Dich Event Design? Mit welchen Aufgabenstellungen kommen Kunden zu Dir?

Der Bereich des Event Designs beinhaltet alle kommunikativen Kanäle, die eine größere Veranstaltung bedienen, um einen Marketingzweck zu erfüllen. Vorwiegend bisher aus dem Finanzsektor, durchaus aber auch im Privatbereich. Die Aufgabenstellungen sind vielfältig, je nach Auftraggeber bzw Größenordnung der Veranstaltung. Im Allgemeinen sind die Kanäle sich in der Ausführung ähnlich: „Save the date“- Mailing, Einladungskarte, Veranstaltungstools etc., die Umsetzung ist aber -je nach Budget- durchaus auch eine kreative Herausforderung (Konzeption, Visuelle Umsetzung, Verpackungsmaterialien, Handling etc.)!

In kreativen Fragen wie der Eventplanung, aber auch der Gestaltung von Einladungen für Events und Messen etc.  höre ich nicht selten in Gesprächen: „ Das machen wir schon selber, kreativ sind wir und wir kriegen das schon hin. Das Geld können wir gut sparen!“ Was sagst Du als Designerin dazu?

Das ist in der Branche nichts Neues! Sehr viele Kunden meinen, gerade in diesem Bereich, sparen zu wollen. Man muss hier aber ganz klar unterscheiden zwischen Hobby und Beruf! Durch den Applevertrieb immer günstigerer und userfreundlicherer Produkte seit 2005 (MacBook, iMac, iPhone) und dem Zugang diverser z.T. kostenloser „unprofessioneller“ Grafikprogramme (Corel Draw, PageMaker etc.) sind die Hürden des „Kreativseins“ immer weiter gesunken und jedermann kann sich vermeintlich „kreativ“ austoben (Hier spreche ich von einem Hobby!). Warum sollte man diese Leistung also für teures Geld an einen Designer vergeben?

Ein intelligenter Kunde aber, der einen qualitativ hochwertigen, anspruchsvollen Markenauftritt von außen haben möchte, vergibt diesen Auftrag an einen professionellen Grafik-Designer mit guten Referenzkunden und viel Erfahrung (Und hier spreche ich von einem Beruf!). Diese Leistung ist natürlich mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Meint der Kunde jedoch, in diesem Bereich sparen zu wollen, macht sich das nicht nur im Ergebnis, sondern auch im Image der Marke bemerkbar. Viele Beispiel zeigen das! Gutes Design besitzt ein hohes Maß an Qualität. Und Qualität kostet Geld.

Das Thema Corporate Design, also das einheitliche Erscheinungsbild, wird im Bereich bei Events und Messen von vielen Veranstaltern zu wenig beachtet und durchgehalten. Wie sieht hier Deine Erfahrung aus? Welches sind die häufigsten Fehler, die von Unternehmen in diesem Bereich gemacht werden?

Ein professionelles Corporate Design –das einheitliche Erscheinungsbild eines Unternehmens- ist heutzutage Gold wert. Die visuelle Umsetzung aller Kommunikationsmittel (Firmensignet, Werbemittel, Stationery (Geschäftspapiere), Produkte, Verpackungen, Internetauftritt, Social Media etc.) müssen ein stringentes Erscheinungsbild nach außen abgeben.

Besonders erfolgreiche Marken besitzen zudem eine eigene, persönliche Geschichte. Mit diesen Elementen erreicht man den unverkennbaren Widererkennungswert und den damit verbundenen Bekanntheitsgrad einer Marke. Erfolgreiche Labels mit Tradition und Langlebigkeit, wie BMW, Coca- Cola oder Nivea, beweisen das. Wer also auch hier sparen will, sollte die Macht einer professionellen Unternehmensidentität (Coprate Identity) nicht unterschätzen!

Wie gehst Du vor bei der Entwicklung von Designkonzepten im Eventbereich? Was ist Dir hierbei besonders wichtig?

Ein einheitlich durchgeführtes, cleveres Designkonzept hat sich stets bewährt.

Was hat sich für Dich in den letzten Jahren im Event Design verändert?

Wie schon oben erwähnt, hält der „Sparfuchs“ immer mehr Einzug. Jeder meint, alles selbst machen zu wollen, als es in professionelle Hände abzugeben. Die Grenzen zwischen Hobby und Beruf scheinen immer weicher, nach dem Motto „Das kann ich auch!“ und „Mach’ doch mal was Schönes!“, birgt allerdings im Ergebnis die Gefahr, dass das Markenimage extrem unter der Unprofessionalität leidet. Intelligente Kunden wissen durchaus einen guten Unternehmensauftritt zu schätzen und sehen diesen Teil als gute und nachhaltige Investition!

Was war für Dich in der letzten Zeit das schönste oder interessanteste Projekt?

Im März 2013 hatte ich die besondere Ehre für den Verlag Büchergilde die Satire von Heinrich Böll „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ illustrieren zu dürfen. Besonders war bei diesem Projekt nicht nur der literarische Anspruch, sondern auch der ganzheitliche Prozess des freien Illustrierens nach eigenen Vorstellungen bis hin zur haptischen Umsetzung des fertigen leinen-eingebundenen Buches mit japanischer Bindung! Ein Kindheitstraum!

Neben Deiner Arbeit im Studio unterrichtest Du Studenten im Fach Gestaltungsgrundlagen an der European School of Design das Studienfach Design im 1. und 2. Semester. Was gibst Du den Studenten aus Deiner Erfahrung mit auf Ihren Weg? Was ist Dir besonders wichtig?

Die jungen Studierenden der heutigen „Maybe“-Generation werden aus einem viel zu statischen und veralteten Schulsystem hineingespült in den Hochschulkreislauf, um dann unter viel zu großem Druck und Wettbewerb in den eigenen Reihen auf den Markt und in die Agenturen katapultiert zu werden. Erschreckenderweise beobachte ich mit zunehmender Häufigkeit, dass Persönlichkeit, menschliche Fehler und die Leichtigkeit und letztliche Verspieltheit, sprich die essentiellen Begabungen, die ein Kreativer von Natur aus besitzt, dadurch auf der Strecke bleiben.

Was ich meinen Studierenden vermitteln will ist daher eher ein „Rückschritt“ („Alles zurück auf Null“) zur Widererlangung ihrer Talente und Qualitäten, die sie in ihrer Kindheit besaßen, allerdings durch begrenztes Denken und normierte Standards an Schulen, verloren haben. Angst, Unsicherheit und fehlendes Selbstbewusstsein sind bezeichnende Eigenschaften. Jeder von ihnen hat aber doch gewisse Talente und Fähigkeiten, die nur ihn alleine auszeichnen, und das ist meine Aufgabe, die Nase anzusetzen und mithilfe der richtigen Herangehensweise nach den „Trüffeln“ zu suchen!

Auf was freust Du Dich in der nächsten Zeit am meisten?

B E R L I N…

Ich danke Dir für dieses Gespräch, Ingeborg!

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