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Eventcafé – heute mit Da Capo-Geschäftsführerin Petra Denecke

Eventcafé – heute mit Da Capo-Geschäftsführerin Petra Denecke

In meinem EVENTCAFÉ treffe ich Expertinnen und Experten ihres Fachs, die ich zu verschiedenen Eventthemen befrage.

 

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Heute mit: Petra Denecke – Geschäftsführerin von Da Capo GmbH | Events & Artists.

Petra Denecke leitet seit 2004 als Geschäftsführerin die Veranstaltungs- und Künstleragentur Da Capo. Mit ihrer Firma vermittelt sie zum einen Künstler für Veranstaltungen und betreut z.B. das Ladies Swing Quartet exklusiv. Zum anderen konzipiert und realisiert sie Galas, Events und Bälle. Sie arbeitet in Eltville am Rhein und lebt im Rheingau.

Hoffmann-Wagner: Wir beide kennen uns nun wirklich schon viele, viele Jahre und haben uns durch unser beider Engagement im Kulturbereich kennengelernt. Deine Nähe zu Kunst und Kultur hast Du seit vielen Jahren mit Deinem Beruf verbunden. Was ist für Dich das Besondere an der Arbeit mit Künstlern?

Es sind die Individualität, die Eigenheit und die Lockerheit in der Arbeit mit Künstlern, die viel Spaß machen. Das Cliché von schwierigen Künstlern kann ich persönlich nicht bestätigen – es ist nur eine Frage der Professionalität.

Ich bringe gerne die Welten Wirtschaft und Entertainment zusammen – da braucht es zuweilen einen wirklichen Vermittler oder Übersetzer, weil die Menschen in der Wirtschaft im Vergleich zu freischaffenden Künstlern doch sehr unterschiedlich ticken. Prämisse ist immer, den richtigen Künstler zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu haben – so profitieren alle Beteiligten davon. Genau das ist der Reiz an der Sache für mich.

Bevor Du die bereits seit 1992 unter anderer Leitung existierende Agentur Da Capo übernommen hast, hast Du Dich mit einer ersten eigenen Agentur selbständig gemacht. Schon damals hast Du die Verbindung von Kunst und Marketing im Business gesucht. Ging die damalige Idee nicht auf oder was hat Dich bewogen, Da Capo zu übernehmen und Deine eigene Agentur aufzugeben?

Ich habe mich für ein funktionierendes, weitaus größeres Aufgabengebiet entschieden, in das ich meine damaligen Themen und Inhalte einbringen konnte. Die reine Konzentration auf Kunst und Marketing war und ist sehr speziell. Heute bewege ich mich im Markt Wirtschaft, Marketing und Entertainment – Unterhaltung auf hohem Niveau, aber nicht mehr Kunst als Selbstzweck.

Wie schaffst Du es, eine Agentur wie Da Capo so viele Jahre erfolgreich auf dem Eventmarkt zu behaupten? Der Markt ist ja bekanntlich hart…

Die Agentur war bei meiner Übernahme im Jahr 2004 bereits fest am Markt etabliert. Da Capo hatte als Marke einen Namen und zahlreiche Stammkunden. Es ist mir dank einer wohl durchdachten Übergabepolitik mit meinem Vorgänger im Sinne eines fließenden Überganges gelungen, alle Kunden zu behalten und weiter an mich zu binden.

Im Laufe der Zeit kamen dann immer weiter Kunden dazu – in Zeiten, in denen z.B. durch den Pharmakodex und Compliance auch mal Veranstaltungen gestrichen wurden, eine erfreuliche Weiterentwicklung.

Wie hat sich die Eventbranche oder auch der Künstler-„Markt“ in den letzten Jahren verändert – was hat sich konkret für Dich verändert?

Die Veranstalter suchen mehr und mehr einfache und unkomplizierte Lösungen. So geht ein starker Trend im Bereich der Musik seit Jahren hin zu mobilen Bands, die ohne Strom und Bühne überall da auftreten, wo sie gerade gebraucht werden.

Im Event-Markt ist man generell mit dem Bereich Entertainment zurückhaltender geworden – so liegt es oft nicht an den Budgets alleine, dass weniger Entertainment im Einsatz ist.

Auch wenn diese Frage auf den ersten Blick abgedroschen wirkt, interessiert mich dennoch sehr: welche Erfahrungen hast Du als Frau in der Eventbranche gemacht? Spielt diese Frage überhaupt eine Rolle in Deinem Job?

Nein, denn der Bereich, in dem ich mich bewege, ist durchaus ein Bereich, in dem sich auch andere Frauen bewegen. Für mich hat dieses Thema allerdings im Kopf auch nie eine Rolle gespielt. Es mag daran liegen, dass ich bin bis zum Abitur auf einer Mädchenschule gewesen bin. Da wurde das Thema Frau sein und Qualifikation naturgemäß nie in Frage gestellt. Diesen Effekt habe ich aber erst viel später erkannt und schätzen gelernt.

In der Musikvermarktung haben sich die Vertriebskanäle in den letzten Jahren sehr verändert – nichts geht mehr ohne YouTube. Wie bist Du mit diesen Veränderungen umgegangen? Hat sich die Digitalisierung auf Dein Business ausgewirkt?

Ja, auf jeden Fall. Es ist einfacher für mich als Agentur geworden. Da ich ausschließlich mit professionellen Künstlern zusammen arbeite, wissen alle inzwischen, dass ohne YouTube keine Vermarktung mehr möglich ist. Zusätzlich sind im Tonstudio aufgenommene Hörproben sinnvoll, um die YouTube-Klangqualität mit wirklicher Tonqualität zu ergänzen.

Durch YouTube bekommt der Kunde einen schnellen Gesamteindruck (Sound, Optik, Bühnenpräsenz). Das ist in Zeiten der immer schneller werdenden Kommunikation heute nicht mehr wegzudenken. Und mein Büro hat nun mehr Platz – keine Regale voller CDs und DVDs mehr …

Nach welchen Kriterien wählst Du Künstler aus, die Du exklusiv vertrittst?

Nach Originalität, Einzigartigkeit, künstlerischer Qualität und Professionalität in der Gesamtzusammenarbeit. Diese Kriterien gelten allerdings generell für Künstler, mit denen ich zusammenarbeite.

Ich vertrete bewusst nur wenige Künstler exklusiv, um mir meine Unabhängigkeit zu bewahren und diese auch nach außen zu leben. Meine Stammkunden, die jährlich Veranstaltungen mit mir durchführen, erwarten immer wieder neue aktuelle Impulse von mir. Sie bekommen von mir Vorschläge, die genau auf ihre Veranstaltungsziele und –inhalte abgestimmt sind.

Wenn man den Weg von Da Capo etwas verfolgt hat, weiß man, dass sich die Agentur verändert hat – sie ist größer geworden, hat sich dann aber wieder „verschlankt“ und Du arbeitest mittlerweile in einem ganz kleinen Team, aber einem großen Netzwerk an Partnern. Hat eine kleiner aufgestellte Agentur Vorteile in der Branche und wenn ja, worin siehst Du diese?

Ja, es ist natürlich die Wettbewerbsfähigkeit. Wer einen großen Agenturapparat hinter sich „herschleift“, muss sich diesen irgendwo bezahlen lassen. Je geringer die festen Agenturkosten, desto besser die Konditionen für den Kunden. Ich arbeite heute mit freien Mitarbeitern – projektbezogen und passgenau, was den Vorteil hat, sich Mitarbeiter nach Qualifikation für Projekte „ins Boot zu holen“.

Was war für Dich der aufregendste oder herausforderndste Auftrag bisher?

Jede Veranstaltung ist und bleibt bis heute aufregend und herausfordernd, weil es immer wieder gilt, Menschen mit zu ziehen und zu begeistern.

Besonders aufregend war, als eine Saxophonistin sich im letzten Jahr zu einer Firmeneinweihung an der Firmenfassade des Kunden abgeseilt hat und dabei live Saxophon spielte. Das war eine Herausforderung und menschliche Verantwortung, die über die normale Eventplanung hinausging. Da habe ich tatsächlich ein paar Nächte schlecht geschlafen, bis wir technisch und statisch alles wasserdicht hatten. Der Auftritt selbst war spannend und sehr ungewöhnlich.

Und eine Preisverleihung, die zeitgleich in 4 Metropolen dieser Welt (Sydney, Houston, Paris und Frankfurt) stattfand und mit gegenseitigen Live-Schaltungen über die Bühne ging. Das war ein internationales Projekt, das technisch sehr aufwändig und organisatorisch anspruchsvoll war.

Auf was freust Du Dich in der nächsten Zeit am meisten?

Auf ein Projekt eines Firmenkunden, der sich im Kultursponsoring betätigen möchte und eine Kunstausstellung mit Rahmenprogramm im eigenen Firmengebäude durchführen möchte. Das kommt wieder die Erfahrung aus meiner selbstständigen Anfangszeit ins Spiel und viel altes Herzblut.

Ich danke Dir sehr für dieses Gespräch, liebe Petra!

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