Inklusion betrifft alle – auch Eventplaner!

Inklusion betrifft alle – auch Eventplaner!

Inklusion bei EventsAls ich vor kurzem die Messe Locations Rhein-Main besuchte staunte ich bei der Programmdurchsicht nicht schlecht: Da gab es doch tatsächlich einen Vortrag mit dem Titel „Inklusion: Events für Gehörlose und Hörende“ von Andrea Engler und Axel S. (gemeinsam mit Barbara Rott), von der Agentur showpaket.com.

Ich war neugierig und überrascht, in diesem Rahmen (endlich) etwas zum Thema Barrierefreiheit bei Events zu hören. Noch gespannter war ich auf die Speaker – die Künstleragentur war mir schon bekannt, jedoch nicht im Zusammenhang mit Inklusion.

Ein gesellschaftliches Ereignis ist nur dann echt, wenn kein Teil der Gesellschaft ausgeschlossen ist

So brachte es der Jongleur und Moderator Axel S. direkt auf den Punkt. Leider tun sich dennoch die meisten Veranstalter mit dem Thema Inklusion sehr schwer. Menschen mit einer Behinderung wollen, sollen und dürfen an Events teilnehmen – gleichberechtigt und ganz selbstverständlich.

Immerhin sehen einige Veranstalter ausgewiesene Plätze für Rollstuhlfahrer im Publikum vor. Aber ebenso wie andere Besucher möchte auch ein rollstuhlfahrender Eventbesucher seinen Platz frei wählen, und nicht immer muss es die erste Reihe sein… Feste Bestuhlungen machen dies aber nahezu unmöglich.

Für einen gehörlosen Eventbesucher erschließt sich ein rein akustisch ausgelegtes Showelement kaum, für einen blinden Besucher trifft dies auf rein visuelle Elemente zu. Für eine inklusive Programmplanung bedeuten diese Faktoren eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance.

Barrieren im Kopf

Was aber müssen Eventplaner beachten, wenn sie sich dazu entschließen, Inklusion in ihre Konzeption mit einzubeziehen? Das hängt maßgeblich von der Art der Veranstaltung, der Inszenierung, der Programmakteure und der Zielsetzung des Events ab.

Aber genauso wie sich Eventplaner ausgiebig mit dem Thema Storytelling, Einsatz von neuen Technologien und neuen Eventformaten beschäftigen, so ausgiebig und ernsthaft wünsche ich mir die Einbindung von Inklusion in die Vorbereitungen.

Warum scheuen Veranstalter diesen Weg noch immer? Kaum ein Unternehmen wird von sich behaupten wollen und können, in der eigenen Zielgruppe keine Menschen mit Behinderung zu haben. Dennoch wird über die obligarische Rollstuhlrampe oder nahegelegene Aufzüge kaum hinausgedacht.

Inklusion hat Unterhaltungswert

Dieser Satz von Axel S. wirkte auf mich fast ein wenig befreiend – Barrierefreiheit hat nichts mit Scham, Betroffenheit oder Mitleid zu tun. Sich damit zu beschäftigen bedeutet auch ein „Eintauchen in eine neue Kultur“.

Wer wie ich diesem Vortrag von Andrea Engler und Axel S. folgte, hatte das Glück, Barbara Rott kennenzulernen. Sie ist von Geburt an taub und brachte uns in kurzer Form Gebärdensprache nahe. Faszinierend wie ich finde, vor allem, wenn man sich wie ich bisher noch nie damit beschäftigt hat. Und zudem ein absolut unterhaltsamer Vortrag.

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