Mit veganer Currywurst zum Wunschteilnehmer?

Mit veganer Currywurst zum Wunschteilnehmer?

Es gibt Themen, darüber muss man einfach schreiben, wenn man einen Blog betreibt. So geht es mir gerade mit der Debatte um einen verordneten Fleischverzicht. Ich möchte vorweg klarstellen, dass ich mich in keinster Weise politisch dazu äußere oder jemandem sein Recht auf freie Nahrungsauswahl abspreche. Ich schreibe aus meiner Sicht als Eventplanerin und dass man die Welt nicht immer nur aus seinem eigenen Blickwinkel heraus sehen sollte…

Was zuvor geschah…

Derzeit erhitzen zwei Debatten die Gemüter – zugegebenermaßen die eine Debatte hat einen starken Regionalbezug, bei der anderen Debatte werden nur wenige von uns damit in Berührung kommen. Aber dennoch haben das Bratwurstverbot eines Kasseler Vereins, das für ein Straßenfest in Kassel gelten soll, ebenso wie die Nachricht über eine Anordnung des Bundesumweltministeriums, dass dessen Gäste künftig nur noch vegetarisch verköstigt würden, Signalwirkung.

Wird doch von beiden Absendern per Verordnung entschieden, wie sich ihre Teilnehmer oder Besucher in ihren Räumen oder auf ihren Veranstaltungen zu ernähren haben. Das entsprechende Speisenangebot weist die Richtung. Hier sei ganz klar gesagt: sie dürfen das natürlich und es ist sicher ihr gutes Recht. Aber ist es auch zielführend?

Pädagogik geht durch den Magen

Wenn man sich die Motivation beider Entscheider dahinter ansieht, lässt sich an sich nichts Verwerfliches finden: es geht um „Denkanstöße“, wie im Kasseler Fall, es würde auch niemand gezwungen, und einen „Nachmittag keine Bratwurst“  zu essen sei sicher nicht so schlimm. Und auch beim Bundesumweltministerium geht es in der Begründung um „Vorbildfunktion der Behörde beim Kampf gegen die „Auswirkungen des Konsums von Fleisch“.

Alles ehrenwerte Ziele, doch geht es nicht auch anders? Beide Entscheider haben es mit mündigen Bürgern zu tun, die durchaus selbst entscheiden können, was sie essen und ihre Entscheidung mitunter auch im Fernbleiben kundtun.

Vorbild geht anders!

Ich beschäftige mich viel mit Nachhaltigkeit bei Veranstaltungen und weiß auch, wie wichtig es ist, hier glaubwürdig, transparent und nachprüfbar zu handeln. Es geht natürlich um Denkanstöße und um Vorbildfunktionen, deshalb rate ich Veranstaltern auch dazu, gut hinzuschauen bei der Auswahl ihres Caterers. Wie wird Obst und Gemüse angebaut? Von wo bezieht der Caterer seine Waren? Sind die Lebensmittel bio-zertifiziert? Arbeiten sie mit regionalen Anbietern zusammen? Und so weiter.

Lebensmittel bewusst auszuwählen, nachhaltige Tierhaltung zu bevorzugen und zu fördern oder auch regionale Biobetriebe zu bevorzugen – dafür bin ich auch. Aber nur so und durch die Kommunikation darüber vermittelt man den schonenenden und bewussten Umgang mit unseren Ressourcen. Ich habe als Eventplanerin schon seit langer Zeit Speisen für Vegeratier auf meinen Eventbuffets vorgesehen – später auch vegane Angebote. Weil ich akzeptiert habe, dass für einige meiner Teilnehmer wichtig ist und sie sich auf meiner Veranstaltung wohlfühlen sollen. Aber ich möchte auch nach wie vor, dass sich diejenigen Teilnehmer respektiert und wohlfühlen, die gerne Fisch oder Fleisch essen. Hier kann und muss ich als bewusst agierender Veranstalter auf die Verantwortung für nachhaltigen Konsum hinweisen und dies vorleben.

Bedürfnisse der Teilnehmer sind wichtig

Darum geht es mir: Verantwortung übernehmen und Denkanstöße geben: Ja. Die Bedürfnisse meiner Teilnehmer respektieren und umsetzen: auf jeden Fall. In der Kombination liegt das Geheimnis und unter uns gesagt, wer gerne vegetarisch oder vegan leben möchte oder nicht, wird das auch ohne die Teilnahme an einem Straßenfest oder einem Event im Ministerium tun oder eben auch auch lassen…


Wie sind Ihre Erfahrungen mit rein vegetarischen Angeboten bei Events? Schreiben Sie mirgerne Ihre Kommentare!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Sabine Antonius

    Liebe Kerstin,
    Ich hörte das auch im Radio und dachte auch was für eine merkwürdige Nachricht!!!!
    Gute und nachhaltige Lebensmittel zu verwenden finde ich auch viel wichtiger als diese Massenware zu verdrücken. Jeder sollte selber entscheiden ob er auf einer Veranstaltung die Fleisch- oder die Vegane Variante bevorzugt.
    Liebe Grüße Sabine

    1. Liebe Sabine,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich beobachte schon länger bei verschiedenen Veranstaltungen diesen Trend und sehe das wie Du – sehr skeptisch. Zu zeigen, dass es auch anders gehen kann, war meine Intention. Wir beobachten mal weiter in dieser Frage 😉
      Herzliche Grüße, Kerstin

Schreibe einen Kommentar