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Meine Trends in der Eventbranche 2016

Das ist vermutlich einer der derzeit am meisten gesprochenen und gehörten Sätze: „Wo ist nur das Jahr geblieben?“ Schon wieder 12 Monate wie im Fluge vergangen, Zeit für Resumées, Rückblicke, Ausblicke und Wahrsagungen.

An dieser Stelle halte ich es mit dem Rückblick kurz: es war eigentlich ein ganz normales Jahr mit Höhen und Tiefen, wie das Leben so spielt. Aber es hat mir auf jeden Fall einige Einsichten gebracht, die mich dann doch zu einem persönlichen Ausblick bewegen. Was steht an im Eventbereich? Welche Themen sollten wir Eventler schleunigst angehen?

In diesem Jahr habe ich viel gelesen über Storytelling und Markeninszenierungen. War immer wichtig, wird auch immer wichtig bleiben für die Live-Kommunikation. Für mich sind es aber vielmehr diese drei Trends, die die Eventbranche (nicht nur) im kommenden Jahr stärker ins Visier nehmen sollten:

Nachhaltigkeit

Manche Eventplaner rollen bei dem Begriff schon mit den Augen und können Begriffe wie „Green event“ oder „Green meeting“ nicht mehr hören. Ich kann es zum Teil gut verstehen, denn auch ich mag keine Eventbegriffe, die mit green- beginnen. Das liegt allerdings nicht daran, dass mir Nachhaltigkeit egal wäre. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Aber durch die Reduzierung auf grün werden wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit konsequent und nach wie vor ignoriert und dadurch verflacht. Nachhaltige Eventkonzepte berücksichtigen drei wichtige Aspekte, die Ökologie, die Ökonomie und das Soziale. Hier und da liest und hört man zaghafte Versuche, die beiden letztgenannten Begriffe auch schnell noch mit ins Boot zu holen, wenn man an die Reduzierung von Überstunden, von Work-life-Balance oder Arbeitsbedingungen von Freelancern im Eventbereich denkt. Immerhin ein Anfang, aber zu wenig.

Nachhaltige Eventkonzepte sind zukunftsgerichtet, das heißt, sie nehmen Entwicklungen der Gesellschaft und des Arbeitslebens auf, die uns hier und jetzt und in der nächsten Zeit beschäftigen. Es geht um Ressourcenschonung (nicht nur im ökologischen Sinne!), es geht um Wirtschaftlichkeit (Konzentration auf das Wesentliche) und es geht um Diversität und demografischen Wandel. Diese Aspekte in kluge Eventkonzepte von Anfang einzubinden, darum geht es für mich vornehmlich in naher Zukunft. Gute Geschichten zu erzählen, sollten wir eigentlich schon beherrschen…

Digitale Transformation

Ein großer Begriff, mitunter ebenfalls teils inflationär gebraucht, aber dennoch auch für den Eventbereich in naher Zukunft bestimmend. War versteht man darunter? „Digitale Transformation, verändert langfristig durch die Möglichkeiten und Potenziale digitaler Medien und des Internets das Fundament jedes Unternehmens in seiner Strategie, Struktur, Kultur und seinen Prozessen.“ Dem kann sich auch die Eventbranche nicht entziehen. Kurz gesagt spielt sich vieles noch mehr im digitalen, im Online-Bereich ab. Seien es neue Veranstaltungsformate, die sich im virutellen Raum abspielen oder auch hybride Eventformate, die offline und online gekonnt miteinander verbinden und ergänzend wirken sollten. Auch moderne Technologien, wie sie ein herkömmliches Smartphone mitbringt, birgen Chancen für Events, zum Beispiel wenn es um unterstützende Aspekte für mehr Barrierefreiheit geht.

Ein wichtiges Thema in der digitalen Transformation ist aber auch, wie wir Social-Media-Kanäle gekonnt und sinnvoll für Events einsetzen. Was ich derzeit davon bei diversen Eventprojekten wahrnehme, hat allerdings nicht immer etwas mit Können und Sinn zu tun. Da werden Posts und Tweets rausgehauen, um möglichst viele Tickets zu verkaufen und dann, wenn Eventzeit ist: Sendepause – Potenzial verschenkt. Da wird hoffnungsvoll im Vorfeld kommuniziert und Inhalte gepostest und dann: kein #Hashtag und keine Teilnehmermotiviation zum Mit-Twittern. Und wenn doch: keine Manpower, um mit engagierten Tweeps unter den Teilnehmern in Kontakt zu treten… Mehr Mut, mehr Plan und mehr Konsequenz wünsche ich mir hier für das kommende Jahr.

Umgang mit Krisen

„Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus 2 Schriftzeichen zusammen. Das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.“ John F. Kennedy

Es ist schon schwierig genug, ein gutes Eventkonzept zum Leben zu erwecken und erfolgreich über die Bühne zu bekommen. Da bleiben unangenehme Themen wie Sicherheit und Krisen allzu oft an letzter Stelle in der Projektkette hängen. Dabei haben in den letzten Jahren einige Beispiele gezeigt, wie schnell es zu Krisen oder – zum Glück seltener – zu Katastrophen bei Veranstaltungen kommen kann. Krisen und Katastrophen kann niemand planen oder vorhersagen. Aber man kann sich vorbereiten, um im Falle einer Krise sofort die Hebel umlegen und in den Krisenmodus gehen zu können. Man kann vorab gut über Entscheidungswege und -kompetenzen sprechen, man kann vorab gut Kommunikationswege festlegen und man kann all das sogar proben. Aber wer nimmt sich wirklich die Zeit dafür?

Zur Krise vor Ort während eines Events selbst kommt mittlerweile noch eine andere Komponente: die Öffentlichkeit, die z.B. durch den Einsatz von Social Media entsteht. Sie verfolgt das Eventgeschehen mit und ist schnell mit Rat und Tat zur Stelle, wenn die Krise da ist. Und genauso schnell übernehmen andere Instanzen die Kommunikation in der Krise für Sie, wenn Sie nicht gut genug vorbereitet sind. Krisenmanagement für Events ist genauso wichtig wie gutes Storytelling oder Nachhaltigkeit – ein Thema, das ab sofort in jedem Projektplan stehen sollte.

Motiviert ins neue Jahr!

Neben diesen drei, für mich sehr wichtige Trends in der Eventbranche, gibt es natürlich noch weitere, die nicht vernachlässigt werden sollten. Doch bei allen Megatrendbestimmungen darf eines nicht vergessen werden: einfach anfangen und machen. Schritt für Schritt, aber immer zukunftsgerichtet. So schaffen wir es, zeitgemäße Events entstehen zu lassen, die neben dem Erzählen guter Geschichten eines tun: die sich ändernden Bedürfnisse unserer Eventteilnehmer berücksichtigen.

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