Wir müssen reden – über Social Media…

In einer schönen Regelmäßigkeit taucht das Thema Social Media in meinen Blogbeiträgen auf. Ist ja auch kein Wunder – das Thema gehört ja auch zu meinen Spezialthemen. Aber das ist es nicht allein, sondern auch die Tatsache, dass sich bei vielen Veranstaltern keine so rechte Bewegung in diesem Bereich verbuchen lässt.

Eierlauf oder Tanz auf dem Vulkan?

Entweder wird so zaghaft und unsicher in verschiedenen Kanälen agiert, dass weder ein konretes Ziel erkennbar ist noch das beteiligte Publikum wahrgenommen wird (=Eierlauf). Oder aber es wird so dermaßen wild drauflos gepostet und um Reichweite geworben, wobei sämtliche Aktivitäten zum Event selbst eingestellt werden, #Hashtags – Fehlanzeige und das Thema Monitoring konsequent ignoriert wird (=Tanz auf dem Vulkan).

Beides zeigt, wie unsicher die Vielzahl der Veranstalter nach wie vor beim Einsatz von Social-Media-Tools in der Eventkommunikation sind. Es sind sich alle einig: Social Media ist wichtig und der Wille, die bisherigen Aktivitäten künftig weiter auszubauen, ist vielerorts da. Doch frage ich mich, wann denn das Thema Strategie endlich dazu kommen wird?

Geht nicht, gilt micht mehr!

Heutzutage sind Veranstaltungen in vielfacher Hinsicht vernetzter geworden. Man schaue sich nur bei den eigenen Besuchen von Events um, wie häufig gepostet, getwittert, fotografiert und hochgeladen oder über diverse Kanäle live gestreamt wird. Die Entwicklung ist im vollen Gange und wird auch von Veranstaltern nicht aufgehalten.

Um es gleich zu betonen: es gibt Ausnahmen bei Veranstaltungen, die nach wie vor aus dem Thema Social Media gänzlich herausgehalten werden sollten, doch es sind wenige. Aber so bald es um Öffentlichkeit geht, die Zielgruppe nicht nur im eigenen Unternehmen zu finden ist und Teilnehmer sich über diverse Wege anmelden können, greift die Vernetzung.

Ich habe mich nach meinem Vortrag auf der diesjährigen #IMEX16 zum Thema „Social Media in Eventkrisen“ zu der Aussage hinreißen lassen, ein Nein zu Social Media bei öffentlichen Events ist für mich kaum noch vertretbar. Und auch nach mehrmaligem Nachdenken, bleibe ich dabei, denn anderenfalls übernehmen im schlimmsten Fall andere Akteure die Kommunikation über den eigenen Event in den sozialen Netzen.

Drei Learnings

  1. das Minimum, das ein Veranstalter im Bereich Social Media leisten sollte, heißt Monitoring – Beobachten. Selbst, wenn ein Veranstalter noch nicht die Mittel (personell, zeitlich oder monetär) für gezielte Social-Media-Aktivitäten bereitstellen kann oder möchte, muss er wissen, ob und was über ihn geschrieben wird
  2. das bloße Durchschalten von Post von einem Kanal in diverse andere Kanäle hat nichts mit Social-Media-Strategie zu tun. Wenn sich ein Veranstalter für das Einbinden von Social Media in die Eventkommunikation entscheidet, gehört dazu eine sorgfältige Auswahl der passenden Kanäle, deren individuelle Bespielung und die Ansprechbarkeit für die Leser/User im jeweiligen Medium
  3. Social Media ist kein reiner Ticketladen! Warum entfolgen Sie sich von manchen Veranstalteraccounts? Weil es keinen Mehrwert gibt, weil es Tag ein, Tag aus nur um die reine Erhöhung der Verkaufszahlen geht, um nichts anderes als Werbung. Warum folgen Sie bestimmten Accounts treu und nach wie vor überzeugt? Weil es um die Mischung geht und um das Herausfiltern und Verbreiten von relevanten Informationen, die die Fans, Follower und potentiellen Teilnehmer wirklich interessiert

Eventkommunikation hat sich verändert und ändert sich nach wie vor. Social Media bietet viel Potenzial, um die bisherige Reichweite noch zu erhöhen und zudem neue Interessenten und Teilnehmer zu gewinnen. Doch um die Chancen voll ausschöpfen zu können, bedarf es einer guten Vorbereitung und einer Strategie, und die hat nichts mehr mit Eierlauf oder Tanz auf dem Vulkan zu tun.


Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Einsatz von Social Media für Events oder durch Veranstalter? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

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  • Beitrags-Kategorie:Social Media
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